Klagender Schrei und erlösende Antwort

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/  18. September 2014  Altes Testament, Psalmen, Weisheitsbücher  , , ,

Manche Musik geht ins Ohr – und trifft mitten in unser Herz. Elisabeth Littmann haben es die Psalmvertonungen angetan, singend wie musizierend, besonders diejenigen, bei denen der klagende Ruf eine erlösende Antwort erfährt. Ihr Bibelzitat nimmt uns mit hinein in die Bewegung von Dürsten und Verheißung.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir ...

Psalm 42,1

Einsender
Name: Elisabeth Littmann
Alter: 56 Jahre
Ort: Hildesheim

„... Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? Tränen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht; denn man sagt zu mir den ganzen Tag: „Wo ist nun dein Gott?“ Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge. Meine Seele, warum bist du betrübt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue. Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg. Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser, all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin. Bei Tag schenke der Herr seine Huld; ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: „Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich trauernd umhergehen, von meinem Feind bedrängt?“ Wie ein Stechen in meinen Gliedern ist für mich der Hohn der Bedränger; denn sie rufen mir ständig zu: „Wo ist nun dein Gott?“ Meine Seele, warum bist du betrübt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.“ (Psalm 42,1–12)

Die Entscheidung ist schwer: Welche ist meine „Lieblings“-Bibelstelle? Es fallen mir sofort mehrere Stellen ein, die mir wichtig sind.

Da für mich die Verbindung zur Musik eine große Rolle spielt, denke ich an die Psalmen, die ich oft im Chor gesungen habe. Sehr eindrücklich finde ich sogenannte Dialog-Arien, die es bei Bach gibt, und die sich bei Mendelssohn wiederfinden. In Mendelssohns 42. Psalm „Wie der Hirsch schreit“ gibt es auch eine solche Dialog-Arie. Der Solo-Sopran singt die Klage des Psalmes, und ein vierstimmiger Männerchor antwortet mit Vers 9: „Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich zu ihm und bete zu dem Gotte meines Lebens“.
Als Frauenstimme konnte ich diesen Dialog bei jeder Probe und im Konzert mithören und innerlich „mitgehen“. Viel später hatte ich Gelegenheit, aus der Perspektive des Orchestermusikers den gleichen Psalm mitzuerleben. Da habe ich die Aussagen des Psalmes ohne Worte „unterstützt“.



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