winterlicher Burgweg Wohldenberg

Gott muss viel Humor oder ein „dickes Fell“ haben

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/  2. Januar 2015  Altes Testament, Bücher des Mose  , , , , ,

Manchmal erscheint der eigene Lebensweg vielleicht etwas verworren, nicht immer geht es einfach gerade aus. Doch „Irrwege“ gehören zum Leben genauso dazu wie „Sackgassen“. Das weiß auch Hendrik Janßen, der keinen seiner eigenen „Irrwege“ missen möchte. Dabei weiß er sich immer von Gott begleitet, denn Gottes Name ist Programm: In Hendrik Janßens Lieblingsbibelstelle steckt jede Menge Verheißung drin. Und das Weihnachtsfest ist da erst der Anfang.

Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?
Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“.

Exodus 3,13–14

Einsender
Name: Hendrik Janßen
Alter: 48 Jahre
Ort: Hannover

Begleitung Gottes

Gott sagt von sich, ich bin der „Ich-bin-da“. Gott sagt nicht, ich mache dein Leben schön und frei von schlechten Erfahrungen. Gott sagt, ich bin da, ich gehe mit, gerade da, wo es dir schlecht geht.

Diese Erfahrungen hat auch der Psalmist des Psalms 139 (vor allem Verse 1–18) gemacht. Egal, wie weit ich mich verstecke, sogar in der Unterwelt ist Gott zugegen. Gott geht mit, er bietet immer wieder die Begleitung an. Diese Begleitung zieht sich über das Kommen Gottes in die Welt weiter. An Weihnachten feiern wir einen Teil des Festes der Begegnung Gottes mit uns Menschen, welches er so radikal angeht, dass er seinen Sohn für uns in den Tod schickt.

Meine Erfahrung mit dem Gott, der mich begleitet, ist, dass ich einmal dachte, es wäre sein Wunsch für mich, dass ich Priester werde. Doch nach dem Studium wurde mir in einem Jahrespraktikum deutlich, dass dieser Weg nicht meiner ist. Aber wenn er diese Tür zugeschlagen hat, hat er andere geöffnet. Ich bin nun als Krankenpfleger in einem Krankenhaus am Arbeiten und dort in der Schwerbehindertenvertretung tätig, habe eine Tochter, eine Ehefrau und bin glücklich über jeden meiner Irrwege, weil ich die Erkenntnisse und Erfahrungen nicht missen möchte.

Mein Fazit: Gott sagt, ich bin der „Ich-bin-da“, aber nicht immer ist unser Weg auch der seine. Gott ist langmütig, er begleitet uns auch auf Irrwegen und wartet auf uns, bis wir zu der Erkenntnis kommen, dass wir umkehren müssen. Gott muss viel Humor haben, sonst hätte er es mit uns Menschen nicht schon so lange ausgehalten.

Dazu möchte ich noch eine Meditation anhängen, die ich einmal für einen Pfarrbrief zum Thema Weihnachten schreiben durfte.

Weihnachten – kein Fest – kein Feiertag!?

Weihnachten – ein Fest?

Weihnachten – ein Fest
eines Feiertags
bei 365 Tagen im Jahr,
das man im Rest des Jahres
getrost vergessen kann?

Weihnachten – ein Feiertag?

Nein!

Was feiern wir?

Weihnachten – kein Fest
für sich allein.
Weihnachten – der Beginn
eines Festes
der Begegnung
Gottes mit uns Menschen.
An Weihnachten feiern wir, dass
der Gott da oben
zum Mensch hier unten wird,
das Leben mit uns teilt
und sich uns in unserem Leben mitteilt.

Aber das Fest ist nicht
an Weihnachten zu Ende.
Es findet seinen Höhepunkt zu Ostern:
Der Mensch hier unten
geht in den Tod für uns,
damit wir leben können.

Hier scheint das Fest endgültig
seinen Abschluss zu finden,
aber
Gott lässt ihn nicht im Tod,
den Menschen hier unten,
er erwacht zu neuem Leben
und schenkt uns damit die Hoffnung,
dass es mehr gibt als dieses Leben.

Der Sohn verlässt uns,
aus dem Mensch hier unten
wird wieder der Gott da oben.
Auch hier ist das Fest
zu Ende
noch lange nicht.
Gott gibt uns seine Kraft,
den Heiligen Geist,
der uns Mut schenkt,
weiterzugehen auf dem Weg
des Festes der Begegnung
Gottes mit uns Menschen.

Und dieses Fest geht weiter
durch die Geschichte bis
heute.

Bis heute?

Immer wieder bietet Gott
uns seine Begleitung an,
meist leise und unaufdringlich,
so leise,
dass wir es meist überhören.
Er schenkt uns seine Nähe.

Er nimmt uns nicht die Ängste
und Sorgen ab bei diesem Fest,
er will mit uns gehen
durch unser Leben und
gerade unsere schweren Stunden
mit uns teilen.

Was feiern wir Weihnachten?

Den Beginn dieser Nähe.
Ein Fest also, das seit mehr als
2000 Jahren jeden Augenblick
gefeiert wird,
immer dann, wenn jemand merkt,
Gott hat mich begleitet.

Weihnachten – kein Fest eines
Feiertags,
aber das Fest des Alltags.

---
Bild: winterlicher Burgweg auf dem Wohldenberg (Foto: S. Lampe)



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Meinungen 1

  1. Der Text hat mir nicht nur sehr gut gefallen, sondern Wort für Wort entsprochen. Vielen Dank für diesen schönen Text. 5 Sterne.

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