Eisenring

Glühende Worte in der Finsternis

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/  17. November 2014  Evangelien, Neues Testament  , , , ,

Manchmal spricht uns ein Wort direkt an; es trifft uns ins Herz. Dann lässt uns dieses Wort nicht mehr los. Evelyn Sawade-Weihe ist vom Wort Gottes gepackt und inspiriert worden. Von dieser belebenden Erfahrung erzählt sie in einem Gedicht.

In ihm [dem Wort] war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Johannesevangelium 1,4–5

Einsender
Name: Evelyn Sawade-Weihe
Alter: 59 Jahre
Ort: Lauenau

In der Nacht, in der Finsternis kam mir dieses Gedicht in meinen Sinn und ich schrieb. Ich durfte erfahren, dass mich das WORT wieder zum Leben erweckte. Hoffnung auf Leben, Hoffnung und gleichzeitig die Liebe Gottes zu spüren, das ließ mich in Geborgenheit einschlafen. Ich glaube an das Wort, welches mir einfach so zufällt.

Weh mir kranke und kalte Zeit,
jedoch Hoffnung bringt das Wörtchen Zier

Welch' Nächte, kalt und leer.
Ich fühle kein warmes Bett, keinen warmen Raum, schon länger nicht mehr.
Selbst Du, oh göttliche Hand – selbst Du verschwand'st.

Die Ohren rauschen, in die Nacht kann ich nicht lauschen,
selbst die stille Nacht wird aktiv, begehrt und verzehrt, wonach?
Schlafen geht nicht, hören geht nicht,
zu spüren ist nur Aufruhr, als will der Körper zerfallen,
als sei „nichts“ zugegen, was mir bekannt,
keine Verbindung, kein Erkennen,
wem soll ich es sagen, diese Plagen?

Die Luft ist eng, der Atem schwer, oh Herr,
wie geht es einem Menschen, dessen Leib zerspringt in tausend Schmerzen?
Welch' große Pein, ohne Ruh dem Ende des Lebens zu?!
Wo ist da noch Heimat, wie soll es den Kranken gelingen
im verschlingenden Sein noch zu finden einen Halt?
In welcher Gestalt?

Ich bitte Dich inständig, Herr, der Du bist,
höre mich, lass mich wieder gehen lernen in die Welt der Hoffnung,
in die Welt des Getragensein, in die Welt der Geborgenheit,
in die Welt des Trostes.

Alles hat seinen Platz, doch ist er nicht mehr zu sehen,
wenn keiner es versteht, jedoch das Wort wird es verstehen.
Selbst Unterhaltungen wirken fad, vieles hat keinen Belang,
nichts mehr wirkt verknüpfend, alles wirkt verbraucht,
außen und innen, welch eine Schmach, alles nur Rauch!

Erkenntnisse schwinden, nichts wird mehr gegeben,
selbst das Bestreben hat seinen Bogen zu Ende gespannt.
Oh seltsame absterbende Zeit!
Worum soll ich noch bitten, inmitten dieser Leere,
begehren weiß ich nichts,
außer zu hoffen auf Dich, Du meine Zier,
wie die gedachte Blume im Winter, jetzt und hier!

Ist es nicht das Wort, was Hoffnung bringt?
Komm, sei bereit für meine, unsere Nacht,
gib Du uns, was Leben schafft, inmitten der Kälte,
Ausweglosigkeit und Betrübnis.
Schaffe Du, Wort, mit Gewicht die Klarheit,
den klaren Grund und die Sanftmut, als wärmendes Elixier.

Schaffe Du, Wort,
das offene weite Tor des Friedens und der Freude
in Glied und im Gehör,
im Geist und in der wahren Natur.

Gib
Aufwind allen Leidenden,
gib
Verschmelzung in der Spaltung,
gib
Trost in der Leere und Finsternis,
verschaff uns bitte wieder Haltung und Achtung,
gib
Musik in Deiner Freude, nicht nur für einen Moment, nein,
uns zur ständigen Begleitung,

und lass uns nicht verkennen Deine Zier, jetzt und hier,
oh bitte, jetzt und hier!



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