Eine Sicherheit, die bis heute trägt

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/  13. Mai 2016  Briefe, Neues Testament, Paulus, VIP-Lounge  , , , , ,

Seelische Verletzungen wiegen oft genauso schwer wie körperliche. Das muss auch Katrin Brockmöller erfahren, als das Scheitern ihrer Beziehung sie in eine heftige Lebenskrise stürzt. An diesem Tiefpunkt richtet sie ein Bibelwort wieder auf, heilt die Wunden und schenkt ihr neue Kraft. Heute ist Dr. Katrin Brockmöller Direktorin des Katholischen Bibelwerks e. V. – und ihre Lieblingsbibelstelle trägt sie noch immer durchs Leben.

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?

Römerbrief 8,35

Einsender
Name: Dr. Katrin Brockmöller, Direktorin des Katholischen Bibelwerks e. V.
Alter: -
Ort: Stuttgart

Vor einigen Jahren hatte ich ein intensives Erlebnis mit dieser Bibelstelle. Ich war in einer heftigen persönlichen Krise. Ich musste mir eingestehen, dass viele Träume nicht zu verwirklichen waren. Ich lebte in einer Partnerschaft, die sich nicht weiterentwickelte. Es gab darin keinen Raum für gemeinsame Pläne und wirklich geteiltes Leben. Das war sehr schmerzlich für mich. Niemand war daran schuld. Es gab aber einfach keine Perspektive für die Zukunft.

Das Schlimmste war für mich: Ich musste mir diese Sackgasse eingestehen. Es kränkte mich, dass ich das im Grunde schon lange wusste. Ich musste zugeben, dass ich lange nicht bereit war, eine Veränderung wirklich zu wagen. Es tat weh, meine Selbst-täuschung in Ent-täuschung zu wandeln.

Mitten darin erkrankte eine Freundin an Brustkrebs. Wir empfingen gemeinsam in einem Freundeskreis die Krankensalbung. Sie war körperlich verletzt. Mir war die Seele wund. So saßen wir da wie symbolische Schwestern für „innen“ und „außen“.

Dann wurde Röm 8,35–39 gelesen:
„Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? … All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Mein Herz öffnete sich bei diesem Zuspruch in nicht geahnter Weise. Die Worte strömten wie in mich ein. Ich erkannte und fühlte, ich erfuhr mit Herz und Verstand: Ja, die Liebe Gottes zu mir ist unabhängig von all den unterschiedlichen Situationen meines Lebens. Sie bleibt, sie trägt, sie gibt mir Kraft. Sie ist da. Diese Liebe ist die Kraft, die mir die Wunde der nicht erfüllten Liebe und Sehnsucht heilen kann. Eine Sicherheit ging von diesen Worten aus, die mich bis heute trägt.

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Bild: Hamelner Münsterbrücke (Foto: J. Jäckel)



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