Das Leiden einer Mutter und die Hoffnung auf ein Wunder

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/  17. September 2014  Altes Testament, Geschichtsbücher  , , , , ,

Es ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann: Plötzlich liegt das eigene Kind auf der Intensivstation und niemand weiß, ob es überleben wird. Simone Druschba ist das passiert. „Was tat ich in der Zeit? Wenig schlafen, viel beten“, erinnert sie sich. Aus dieser Zeit, in der sie auf ein Wunder hoffte, begleitet sie ihr Bibelzitat.

Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.

Josua 1,9

Einsender
Name: Simone Druschba
Alter: 48 Jahre
Ort: Hildesheim

Mein Sohn wurde vor vielen Jahren in einer Silvesternacht ganz ohne Grund zum Opfer einer brutalen Schlägerei. Er feierte mit seinen Freunden und den Eltern seines besten Freundes Silvester. Sie alle hatten keinen Alkohol getrunken, weil es den Aufsicht führenden Eltern zu gefährlich war. Außerdem gab es Jugendliche darunter, die auch noch keinen Alkohol trinken durften.
Um Mitternacht sind alle zum Knallen der Raketen nach draußen gegangen. Einige Zeit später kam ein erwachsener und alkoholisierter Mann von damals 25 Jahren. Mein Sohn stand ihm scheinbar im Weg und er hat ihn zu Boden geworfen und auf brutale Weise zusammengetreten. Somit nahmen die Dinge ihren Lauf …
Der Mann wurde dann im Mai in einer Gerichtsverhandlung zu 66 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Meinem Sohn ging es gesundheitlich wieder gut. Er hatte sich schnell erholt.

In dieser Zeit begegnete mir die oben genannte Bibelstelle. Und: In allen Lebenssituationen ist diese immer wieder für mich präsent.

Dann kam der nächste Schicksalsschlag im April 2014: Mein Sohn ist von Kindesbeinen an ein leidenschaftlicher Fußballspieler. An einem Tag sollte er vor Ostern sein letztes Spiel haben. Das war es dann auch. Er kam nach einem schweren Sportunfall per Hubschrauber ins Krankenhaus in Neuwied. Schädelhirntrauma Grad II mit der Option: entweder mit schwerem Handicap zu überleben oder zu sterben.
Ich, als Mutter, hier in Hildesheim. Mein Handy war an diesem Tag aus. Ich war privat auf einer Palmsonntagswanderung. Bescheid habe ich erst am Montag von der Polizei und zeitgleich vom dortigen Krankenhaus bekommen, wie es um meinen Sohn steht. Was dann folgte, wäre ohne Gott im Rücken nie gegangen.
Die hiesige Polizei organisierte alles vom Einsatz der Kath. Notfallseelsorge bis dahin, wie und mit wem ich dort per Auto hingebracht wurde. Sprich: Meine Kollegin aus dem Offizialat hat sich sofort ohne zu zögern mit ihrem Mann bereit erklärt, mich zu fahren. Im Laufe der Stunden ergab sich noch ein anderes Angebot, wie ich ins Rheinland kommen konnte.
So und dann die Zeit mit der Familie und der Freundin meines Sohnes am Bett auf der Intensivstation … unbeschreiblich. Aber: Ich wurde die ganze Zeit hier in Hildesheim durch Gebete von Freunden, Kolleginnen und Kollegen unterstützt.
Danke dafür!
Was tat ich in der Zeit? Wenig schlafen, viel beten. Und: Mein Sohn hatte, als er umzog, seine Bibel mitgenommen, in der er als Kind gelesen und seine Lieblingsstellen markiert hatte. Diese Bibel habe ich in seinen Sachen bei seiner Freundin gefunden. Somit war klar, was ich zu tun hatte: Ich war beharrlich und geduldig im Vorlesen seiner Bibelstellen.
Ein Wunder geschah: Mein Sohn wurde in der Osternnacht wieder wach.
Der nächste Schritt war, darauf zu hoffen, dass er gesundheitlich so wieder hergestellt wird, dass er wieder im Leben stehen darf. Das war trotz der Hilfe in der Reha noch einmal eine schwere Zeit für uns alle.
Aber heute kann ich sagen: Er ist bei seiner Wiedereingliederung ins Arbeitsleben so erfolgreich, dass er inzwischen sechs Stunden täglich arbeiten darf, und er hat ein leichtes sportliches Training zwei Mal in der Woche wieder begonnen.
Als Handicap hat mein Sohn nur ein Kibbeln in den Fingerspitzen der rechten Hand noch zurückbehalten.

Er ist darüber erstaunt, was Gott alles bewirken kann.

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Bild: Pietà, Heilig Kreuz, Hildesheim (Foto: C. Schramm)



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